Influenzasaison 2017/18

Und sie schützt doch – die Grippeimpfung!

Die Grippeschutzimpfung fristet ein trostloses Dasein – kaum einer will sie. Das Argument einiger Impfverweigerer: Auch eine Influenzaimpfung biete keinen vollkommenen Schutz. Das ist korrekt, nur welche Alternativen bietet die Pharmazie? Und dabei schützt die Impfung, den unheilvollen Prognosen zum Trotz, gerade in der aktuellen Grippesaison 2017/18 ziemlich gut vor der Virusgrippe, nämlich zu 46 Prozent. Obwohl der dominierend zirkulierende Influenza B-Stamm Yamagata in der dreifachen Influenzaimpfung noch nicht einmal enthalten ist. Wie funktioniert das?

Die Impfraten bei der Grippeschutzimpfung sind mies. Anstelle der von der WHO angestrebten und von einer Empfehlung des Europäischen Rats aufgegriffenen 75 Prozent Durchimpfung bei älteren Menschen (bis 2010!), liegt die Impfquote bei den Bundesbürgern gerade einmal bei 34,8 Prozent (aktuellste Daten: Influenzasaison 2016/17). Ein Stück weit scheint die Virusgrippe von ihrem Schrecken eingebüßt zu haben: Zeitzeugen der verheerenden Spanischen Grippe (1918-1920) leben wohl kaum noch, und selbst die 50 Millionen Todesopfer, die sie gefordert hat, sind – bei Wikipedia gelesen – ziemlich anonym.

Doch das ist nicht der einzige Grund: Die Menschen trauen der Grippeimpfung nicht: Sie fürchten Nebenwirkungen und verteidigen ihre Impf-Nachlässigkeit mit einer nur geringen Wirksamkeit der Schutzimpfung. Zu diesem Schluss kamen jüngst das WHO-Regionalbüro für Europa und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Zugegeben: Der Impfschutz liegt nicht im hohen zweistelligen Bereich. Nur – was sind die Alternativen? Tamiflu®? Relenza®?

Influenza B-Virus Yamagata zirkuliert vorwiegend

Für Wirbel hatte in der derzeitigen Influenzasaison 2017/18 vor allem das Influenza-B-Virus der Yamagata-Linie gesorgt: Es dominiert mit 75 Prozent aller zirkulierenden Influenzaviren das aktuelle Grippegeschehen – und die passende Impfkomponente enthält nur die quadrivalente Grippeschutzimpfung in diesem Jahr. Die Tatsache, dass GKV-Patienten hauptsächlich mit der trivalenten Vakzine geimpft werden, befeuerte natürlich zusätzlich das ohnehin ständig züngelnde Flämmchen der „Zwei-Klassen-Medizin“. Allerdings hatte sich bis vor kurzem die STIKO auch nicht explizit für eine vierfache Grippeschutz-Impfung ausgesprochen, frühere Rabattverträge der Krankenkassen über ausschließlich dreifache Influenza-Impfstoffe trugen ihren Teil zur präferierten Impfung mit der trivalenten Vakzine der Versicherten bei.

Quelle: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/02/19/und-sie-schuetzt-doch-die-grippeimpfung [Stand: 16.02.2018]