Teilerfolg für Immuntherapie bei Typ-1-Diabetikern

Mit einer Immuntherapie ist es Forschern gelungen, bei Patienten, die kurz zuvor die Diagnose Diabetes-Typ-1 erhalten hatten, die Restproduktion des Insulins aufrechtzuerhalten.

Eine neue Immuntherapie bei Patienten mit Diabetes-Typ-1 hat erste positive Ergebnisse gezeigt. Das Prinzip der Therapie, die britische Forscher in einer klinischen Studie mit 27 Patienten erprobten, ähnelt dabei dem einer Desensibilisierung von Allergikern: Den Studienteilnehmern wurde über sechs Monate hinweg alle zwei beziehungsweise vier Wochen entweder ein Peptid einer Vorstufe des Insulinmoleküls injiziert, das bei Typ-1-Diabetikern die Autoimmunreaktion hervorruft, oder ein Placebo.

Die Studienteilnehmer waren im Durchschnitt 28 Jahre alt, und alle hatten in den 100 Tagen vor Studienbeginn die Diagnose Diabetes-Typ-1 erhalten. Sie waren auf Insulinsubstitution angewiesen, ihr Pankreas produzierte aber noch geringe Mengen des Hormons.

Insulindosis blieb nahezu konstant

In der kleinen Studie ging es zunächst einmal darum, die Sicherheit einer solchen Peptid-Immuntherapie zu analysieren. Dies wiesen die Wissenschaftler um Dr. Mohammad Alhadj Ali von Cardiff University School of Medicine auch tatsächlich nach.

Die Behandlung sei ohne systemische oder lokale Hypersensitivität gut vertragen worden, so ihr Fazit. Hinweise, dass die Immuntherapie tatsächlich wirkt, fanden die Forscher allerdings auch.

So blieb die benötigte Insulindosis bei den Studienteilnehmern, denen das Pro-Insulinpeptid alle zwei beziehungsweise vier Wochen injiziert wurde, über einen Zeitraum von zwölf Monaten nahezu konstant. Die Patienten der Placebogruppe hingegen mussten ihre Insulindosis nach und nach erhöhen, und zwar durchschnittlich um insgesamt 50 Prozent.

Auch im Blut der Patienten, die die Peptid-Injektion erhielten, ließen sich zum Teil Hinweise auf eine positive Wirkung der Immuntherapie finden: Zum einen nahm die Menge des C-Peptids als Zeichen der Insulin-Restproduktion in der Placebogruppe deutlich stärker ab als in der Patientengruppe, die die Immuntherapie erhielten.

Zum anderen wiesen die Forscher im Blut tatsächlich behandelter Patienten einen Anstieg sogenannter regulatorischer T-Zellen (Treg) nach. Diese regulieren die Selbsttoleranz des Immunsystems. Möglicherweise konnten diese Treg-Zellen die Beta-Zellen des Pankreas‘ also tatsächlich vor der Autoimmunreaktion und damit Zerstörung der Insulin-produzierenden Zellen schützen, so die Vermutung der Forscher.

 

Quelle: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/942587/positive-ergebnisse-teilerfolg-immuntherapie-typ-1-diabetikern.html [Stand: 07.09.2017]