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Ärztliche Versorgung auf dem Land - Potenziale von Telemedizin

Aufgrund der großen Fläche, die Bundesländer wie beispielsweise Schleswig-Holstein umfassen, ergeben sich versorgungsschwache Regionen. In diesen ländlichen Regionen ist meist eine geringe Arztdichte zu verzeichnen, was dazu führt, dass Patienten weite Wege und lange Wartezeiten auf sich nehmen müssen. Diese Situation stellt jedoch auch für die Leistungserbringer eine Herausforderung dar, da auch sie oft weite Strecken zurücklegen müssen, um Hausbesuche durchführen zu können. Zudem arbeiten die Landärzte- aufgrund von fehlendem Nachwuchs - über das Rentenalter hinaus in den Praxen. So ist ca. jeder dritte Arzt in Schleswig-Holstein älter als 60 Jahre. Um der angespannten Lage entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Ansätze, wie zum Beispiel Medizinstudenten durch Stipendien zu unterstützen, wenn sich diese dazu verpflichten, nach dem Studium einige Jahre in der jeweiligen Gemeinde zu praktizieren. Ein weiterer Lösungsansatz besteht im Einsatz von telemedizinischen Anwendungen. Hierbei handelt es sich um ein ärztliches Versorgungskonzept, dass die ärztliche Versorgung im Bereich Diagnostik, Therapie und Rehabilitation sowie der ärztlichen Entscheidungsberatung umfasst. Zentrales Ziel der Telemedizin ist die Überwindung von Entfernungen zwischen dem Patienten und den Beteiligten des Gesundheitswesens.

Formen der Telemedizin schließen unter anderem Video-Sprechstunden ein, durch die es möglich ist Zweitmeinungen einzuholen, Nachsorgetermine wahrzunehmen oder Vorbefunde mit dem Arzt zu besprechen. Zudem wird durch Telemonitoring die Behandlung von chronisch Erkrankten erleichtert. Hierbei erhalten Patienten Geräte zur Aufzeichnung von Vitaldaten, um diese kontinuierlich aufzuzeichnen, sowie an den behandelnden Arzt zu übermitteln. Durch dieses Vorgehen werden Praxisbesuche zur Erhebung der relevanten Gesundheitsdaten eingespart. So können neben der Reduzierung unnötiger Wege auch eine verbesserte Versorgung, eine Reduzierung von Versorgungs- und Transportkosten, sowie eine gezielte Einweisung von Patienten an die zuständigen Fachärzte angestrebt werden.

Trotz der genannten Vorteile liegt Deutschland im Ländervergleich teilweise weit zurück. Als führend gelten unter anderem England, die Schweiz sowie Skandinavien, wobei Kosteneinsparungen und eine verbesserte Versorgung nachweisbar sind. In Deutschland gibt es jedoch immer mehr Projekte und Vorhaben, die Infrastruktur für Telemedizin auszubauen, um alle genannten Vorteile nutzbar zu machen und die Patienten bestmöglich versorgen zu können. Somit kann davon ausgegangen werden, dass in naher Zukunft immer mehr Patienten und Leistungserbringer von einem Einsatz telemedizinischer Anwendungen profitieren.

 

Quellen

Ärztliche Versorgung (2018): Telemedizin und steigende Honorare gegen Landflucht. URL: medizin-aspekte.de/98296-aerztliche-versorgung-telemedizin-und-steigende-honorare-gegen-landflucht/

Bundesärztekammer (2015): Telemedizin. URL: www.bundesaerztekammer.de/aerzte/telematiktelemedizin/telemedizin/

Deter, G. (2011): Aktueller Begriff Telemedizin. URL: https://www.bundestag.de/blob/191840/f03a819a557bc16821678aa947afe076/telemedizin-data.pdf

Falk, O. (2016): Ärztliche Versorgung auf dem Land: Die Kommunen sind gefordert. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/178641/Aerztliche-Versorgung-auf-dem-Land-Die-Kommunen-sind-gefordert

 

Autor: Lena Hinkelmann 

Veröffentlichung: 16.04.2018