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Wissenwertes

Die Anschlussrehabilitation (AHB)

Die Rehabilitation umfasst im Allgemeinen einen sehr großen und komplexen Bereich von Angeboten, deren Ziel es ist, den Renteneintritt zu verhindern oder zu verzögern. Hierbei kann es um die Wiederherstellung der Gesundheit, die (Wieder-) Eingliederung ins Arbeitsleben oder die Verhinderung der Verschlechterung des Gesundheitszustandes gehen. Zum Einsatz kommen dabei medizinische Reha-Maßnahmen, Umschulungen, Reha-Sport, Nachsorge von Krebsbehandlungen sowie Kinderheilbehandlungen. Für die Rehabilitation können alle Versicherungsträger zuständig sein.

Die Anschlussrehabilitation stellt eine besondere Form der Rehabilitation dar, da sie nur bei bestimmten Krankheiten zum Einsatz kommt und direkt an eine Krankenhausbehandlung oder eine ambulante Operation anschließt (spätestens zwei Wochen im Anschluss an eine stationäre Krankenhausbehandlung). Sie kann ganztägig ambulant oder stationär erfolgen und dauert in der Regel drei Wochen, wobei sie bei Bedarf verlängert werden kann. Durch die AHB soll der Patient wieder an das tägliche Leben und den Berufsalltag gewöhnt und physisch sowie psychisch aufgebaut werden.

Der Patient hat einen Antrag für die AHB zu stellen, hierbei kann ihm der Sozialdienst behilflich sein. Das Krankenhaus hat zu entscheiden, ob die AHB erforderlich ist. Krankheitsbilder, die für die AHB in Frage kommen, sind folgende:

  • Krankheiten des Herzens und des Kreislaufs
  • Krankheiten der Gefäße
  • entzündlich-rheumatische Erkrankungen
  • degenerativ-rheumatische Erkrankungen und Zustand nach Operationen und Unfallfolgen an den Bewegungsorganen
  • Erkrankungen des Verdauungsapparats und Zustand nach Operationen an den Verdauungsorganen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Krankheiten und Zustand nach Operationen an den Atmungsorganen
  • Krankheiten der Niere und Zustand nach Operationen an Nieren, ableitenden Harnwegen und Prostata
  • neurologische Krankheiten und Zustand nach Operationen an Gehirn, Rückenmark und peripheren Nerven
  • onkologische Krankheiten
  • gynäkologische Krankheiten und Zustand nach Operationen

Für den Fall, dass die Rentenversicherung Kostenträger ist, gibt es verschiedene versicherungsrechtliche Voraussetzungen, von denen mindestens eine erfüllt sein muss. Diese Voraussetzungen beinhalten eine Wartezeit von 15 Jahren, sechs Kalendermonate mit Pflichtbeiträgen in den letzten zwei Jahren, Bezug einer Erwerbsminderungsrente, eine Wartezeit von fünf Jahren bei verminderter oder in absehbarer Zeit gefährdeter Erwerbsfähigkeit oder ein Anspruch auf große Witwen- beziehungsweise Witwerrente aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit. Eine weitere mögliche Voraussetzung ist, dass innerhalb von zwei Jahren nach Beendigung einer Ausbildung eine versicherte oder selbstständige Beschäftigung bis zur Antragstellung ausgeübt wird oder, dass nach einer solchen Beschäftigung bis zur Antragstellung Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit vorliegt.

Von allen genannten Voraussetzungen ist die Voraussetzung mit den sechs Kalendermonaten mit Pflichtbeiträgen in den letzten zwei Jahren diejenige, die am meisten erfüllt wird. Darüber hinaus darf kein Ausschlussgrund vorliegen. Beamte haben beispielsweise keinen Anspruch auf eine AHB durch die Rentenversicherung.

Quellen:

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Rehabilitation-331.html

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Anschlussheilbehandlung-17.html

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/02_Rehabilitation/02_leistungen/02_ahb/ahb_node.html

http://www.ahb.info/