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Das E-Health-Gesetz

Die Digitalisierung hat mittlerweile Einzug in das alltägliche Leben von den meisten Menschen gefunden. Dass sich diese nicht nur in der Benutzung von Social Media, wie etwa Facebook, Instagram und Co., äußert, zeigt das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ auch kurz das E-Health-Gesetz. Doch was verbirgt sich dahinter und wofür wird ein solches Gesetz überhaupt gebraucht?

Länder wie Dänemark und Estland machen vor, wie eHealth funktionieren kann und welche Vorteile gerade die Patienten dadurch genießen können. Seit dem 1. Januar 2016 ist das E-Health-Gesetz in Deutschland in Kraft. Damit ist der erste Schritt zur Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung getan und wir können Anschluss an die Vorreiter Dänemark und Estland finden.

Dass medizinische Daten vollständig und genau dann zur Verfügung stehen, wenn der Patient sie benötigt, liegt unter anderem im Fokus des E-Health-Gesetzes. Dazu gehört auch, dass Datenschutz und Datensicherheit die nötige Beachtung finden. Damit dieses Projekt in naher Zukunft umgesetzt werden kann, enthält das E-Health-Gesetz einen sogenannten Fahrplan zur Realisierung der digitalen Vernetzung. Um die Ausführung und Einhaltung zu gewährleisten, plant die Bundesregierung, Anreize zu schaffen, Fristen zu setzen und Sanktionen zu verhängen.

Vorteile, die durch das Gesetz für die Patienten entstehen, beinhalten zum Beispiel:

  • Die elektronische Gesundheitskarte gewährleistet die Aktualität der Versichtendaten in einer besuchten Arztpraxis und auf ihr können lebensrettende Notfalldaten, zum Beispiel Einzelheiten zu Allergien und Vorerkrankungen, gespeichert werden.
  • Eine größere Medikationssicherheit. Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in einem weiteren unserer Artikel „der Medikationsplan“.
  • Die Bereitstellung von mehrumfänglichen medizinischen Informationen, um eine bessere Diagnose und Therapie ermöglichen zu können. Hierfür wird die sogenannte elektronische Patientenakte eingeführt, in welcher bereits vorhandene Anwendungen und Dokumentationen gespeichert werden sollen. So können Doppel- oder Fehlversorgungen vermieden werden. Dies kommt nicht zuletzt der Wirtschaft zugute, sondern auch dem Zeitmanagement von Arzt und Fachpersonal sowie dem Patienten selbst.
  • Ab 2019 sollen Patienten durch ihre elektronischen Gesundheitskarte Zugriff auf ein elektronisches Gesundheitsfach erlangen, in welchem relevante Daten zu ihrem Gesundheitsstatus gespeichert werden können. Das Patientenfach soll vor allem für mehr Transparenz und Selbstbestimmung in Diagnostik und Therapie sorgen, da die Daten auch außerhalb der Arztpraxis einzusehen sind.
  • Außerdem thematisiert werden telemedizinische Leistungen und Angebote. So sollen unter anderem ältere, in ihrer Mobilität eingeschränkte oder auf dem Land lebende Menschen von einer geeigneten Infrastruktur profitieren. Befundbeurteilungen von Röntgenaufnahmen und Online-Videosprechstunden sollen die Versorgung sowohl verbessern als auch erleichtern. Zum Beispiel werden lange oder schwierig zu gestaltende Anfahrtswege zu einem Spezialisten vermieden, ohne auf die Expertise verzichten zu müssen.
  • Eine höhere Nutzerfreundlichkeit soll durch die Einbindung von mobilen Endgeräten, wie etwa Smartphones, geschaffen werden. Dafür findet eine Überprüfung statt, inwieweit mobile und stationäre Endgeräte geeignet sind zum Abrufen von medizinischen Daten der elektronischen Patientenakte.

Damit ihre persönlichen Daten weiterhin sicher sind, werden diese verschlüsselt abgespeichert. Lediglich ein kleiner, gesetzlich vorgeschriebener Personenkreis kann die Daten einsehen, dazu gehören unter anderem Ärzte. Der Zugriff erfolgt dabei nach einem Zwei-Schlüssel-Prinzip. Das heißt sowohl der elektronische Heilausweis der Fachkraft als auch die elektronische Gesundheitskarte des Versicherten sind notwendig, damit der Zugang gewährt wird.

Um die Umsetzung des E-Health-Gesetzes zu realisieren, müssen Krankenhäuser, Arztpraxen und andere Gesundheitsdienstleister schon heute anfangen, ihre IT-Systeme und Arbeitsstrukturen anzupassen. Durch die sich entwickelnde Vernetzung im Gesundheitswesen entstehen zudem neue Perspektiven, Potentiale und neue Geschäftsmodelle.

Weitere interessante Informationen rund um eHealth können Sie in unserem Artikel „eHealth - Was ist das eigentlich?“ lesen.

Quelle:

Bundesministerium für Gesundheit. „Fragen und Antworten zur elektronischen Gesundheitskarte und zum E-Health-Gesetz“, 25.09.17. Zugriff am 05.10.17.