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Wissenwertes

Regionale Superfoods

Chiasamen, Gojibeeren und Quinoa – bereits die Namen dieser sogenannten „Superfoods“ verraten ihre exotische Herkunft. So kommen Chiasamen und Quinoa vorwiegend aus Südamerika und Gojibeeren aus Asien, bevor sie in den deutschen Supermärkten erhältlich sind. Doch schon der Begriff „Superfood“ lässt Exotik erwarten und gibt den Anschein, dass allein diese Lebensmittel uns Nährstoffe geben, deren Bedarf mit heimischen Produkten nicht zu decken sei. Wissenschaftlich ist nachgewiesen, dass Chiasamen viele ungesättigte Fettsäuren enthalten, darunter Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe. Doch dass man in jedem Fall zu Exoten wie diesen greifen muss, um wichtige Nährstoffe zu erhalten, ist ein Irrglaube. Denn auch regional gibt es sie, die Superfoods; unter den Namen wie Hafer, Rote Beete oder Brokkoli.

Derzeit wird insbesondere dem Hafer eine wichtige Rolle in der Nährstoffzufuhr zugesprochen. Ein Artikel von Spiegel Online schreibt dem Hafer aktuell sogar eine medizinische Wirkung zu: Laut Johannes Gottfried Mayer, Leiter der Forschergruppe Klostermedizin des Instituts für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg, enthält Hafer eine spezielle Art von Ballaststoffen (Beta-Glucan), die den Blutzuckerspiegel senkt und damit besonders interessant für Diabetiker ist. Zudem regulieren die Ballaststoffe den Cholesterinspiegel und schützen die Schleimhaut des Verdauungstraktes, was krebsvorbeugend wirken soll. Menschen, die unter Neurodermitis leiden, profitieren aufgrund der Linderung des Juckreizes durch Hafer.

Auch Brokkoli gilt als Lieferant zahlreicher Nährstoffe: Die Kohlröschen stecken voller Sulforaphan, ein Senföl, das die Glukoseproduktion in der Leber hemmt und dadurch Menschen empfohlen wird, die zu Übergewicht neigen. Zudem enthält Brokkoli viel Kalzium, das für starke Knochen und Zähne sorgt und Osteoporose vorbeugt. Auch Folsäure, das Vitamin, das entscheidend für die Blutbildung ist und das insbesondere Frauen benötigen, findet sich vermehrt in den grünen Röschen.

Ein weiteres heimisches Superfood ist die Rote Bete, die vor allem wichtige Nitrate enthält. Diese haben die Eigenschaft, die Gefäße im Körper erweitern zu können und somit auf natürliche Weise den Blutdruck zu senken.

Folglich liefern regionale Superfoods ebenso viele wichtige Nährstoffe wie ihre exotischen Verwandten, doch in Einem sind Hafer und Co. ihnen weit voraus: der Weg regionaler Produkte in die Supermärkte ist nicht weit und ist dadurch mit weniger CO2-Belastung verbunden. Das schützt das Klima und verursacht weniger Kosten, auch für den Endkunden. Des Weiteren sind regional erzeugte Produkte weniger mit Rückständen belastet, die die Haltbarkeit während des Transports sicherstellen, und meist unter sozialen Bedingungen hergestellt. Es lohnt sich daher aus vielerlei Gründen auf regionale Produkte zurückzugreifen. 

 

Quellen

Corinna Kuhs (2018): Warum Hafer so gesund ist. URL: www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/hafer-warum-das-getreide-so-gesund-ist-a-1203542.html (Zugriff: 21.04.2018).

Jahreszeiten Verlag (2018): Endlich im Normbereich. Was konkret hilft. In: Iss dich gesund, S. 22.

Jahreszeiten Verlag (2018): Wohl bekommt’s – Mann wie Frau. In: Iss dich gesund, S. 24-25.

 

Autor: Marlena Baron

Veröffentlichung: 10.05.2018