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Wissenwertes

Wechselwirkungen von Medikamenten

Beschwerden zu lindern und die Gesundheit wieder herzustellen durch die Einnahme von Medikamenten, ist heutzutage zur Normalität geworden. Jedoch drohen teils gesundheitsgefährdende Konsequenzen, wenn mehrere Arzneimittel nebeneinander eingenommen werden.

Bevor ein Medikament auf den öffentlichen Markt kommt, werden Arzneimittelstudien durchgeführt, damit es seine Zulassung erhält. Studien, die sich mit Wechselwirkungen unterschiedlicher Arzneimittel befassen, gibt es allerdings selten. Dabei wird davon ausgegangen, dass jährlich Zehntausende Menschen sterben aufgrund von falsch eingenommenen Medikamenten.

Arzneimittel können sich insofern beeinflussen, dass sie sich wechselseitig entweder abschwächen oder verstärken und abhängig von der Anzahl der eingenommenen Mittel können verstärkt Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen auftreten. Gerade für chronisch Kranke oder ältere Menschen kann dies zum Problem werden, sollten sie darauf angewiesen sein, viele Medikamente einzunehmen. Ebenso wichtig ist es, auf die korrekte Einnahme eines jeden Medikaments zu achten, da diese zudem auf Lebensmittel und Getränke reagieren können. Auf Milch(-produkte) und Fruchtsäfte, wie zum Beispiel Grapefruitsaft, sollte verzichtet werden und durch Arzt oder Apotheker geklärt werden, ob das Medikament vor oder nach dem Essen eingenommen werden muss. Auch zusätzlicher Alkoholgenuss kann zu Vergiftung, starken Blutdrucksenkungen oder sogar zum Kollaps führen.

In der Regel wird ein Medikament in der Leber Stück für Stück durch Enzyme abgebaut. Kommt es allerdings zu Wechselwirkungen, können folgende Szenarien entstehen:

  • Gehemmter Abbau: Medikament 1 hemmt das Enzym, welches für den Abbau von Medikament 2 zuständig ist. Dadurch liegt Medikament 2 in höherer Konzentration im Blut vor als beabsichtigt und wirkt stärker und bzw. oder länger, wodurch ebenfalls verstärkt Nebenwirkungen auftreten können. Dies kann sogar bis zur Vergiftung führen. Müssen beide Medikamente zur gleichen Zeit eingenommen werden, sollte Medikament 2 geringer dosiert werden.
  • Zu schneller Abbau: Medikament 1 katalysiert den Abbau von Medikament 2, indem es die Menge des entsprechenden Enzyms erhöht. Medikament 2 wird folglich schneller abgebaut und es kann zu einer Wirkungsminderung kommen. Müssen auch hier beide Medikamente zur gleichen Zeit eingenommen werden, sollte Medikament 2 höher dosiert werden.
  • Andere Wechselwirkungen: Hierbei kann es zum Beispiel dazu kommen, dass Medikament 1 die Aufnahme von Medikament 2 aus dem Darm steigert oder verhindert. Dies führt zu einer zu hohen oder zu niedrigen Konzentration im Blut und kann verstärkte Nebenwirkungen oder einen Wirkungsverlust verursachen.

Deshalb sollten Patienten zusammen mit ihren Ärzten und gegebenenfalls mit dem Apotheker immer auf eine genaue Abstimmung ihrer Medikamente achten und die Einnahme von rezeptfreien Medikamenten (zum Beispiel Schmerzmittel) nicht verschweigen.

Einige Apotheken bieten gegen Bezahlung (etwa 70 €) eine Medikamentenanalyse an. So soll vermieden werden, dass es zu gesundheitlichen Gefährdungen durch Wechselwirkungen kommt und festgestellt werden, ob eine Gefährdung der Verträglichkeiten bei Medikamenten eines Patienten bestehen.

Informationen zu Wechselwirkungen gibt es ebenfalls im Internet:

Quellen:

Südwestrundfunk, „Wenn Medikamente plötzlich falsch wirken“, 09.09.2016. www.swr.de/swr4/bw/tipps/medikamente-und-ihre-wechselwirkungen/-/id=258208/did=18106528/nid=258208/1g5q3qr/index.html, Stand: 28. Mai 2017

Bayrischer Rundfunk, „Welche Tabletten sich nicht vertragen“, 29.08.2016. www.br.de/radio/bayern2/wissen/gesundheitsgespraech/themen/alter-medikamente-wechselwirkungen-100.html, Stand: 28. Mai 2017